14.2.00 plus

 

Der Mensch ist ein Schweinehund.

Ein Mensch, der negative Gefühle hervorruft ist besser als einer, der gar nichts auslöst, auch wenn man ihm die Pest an den Hals wünscht. Wie sehr würde man diesen Menschen vermissen, wenn er plötzlich von der Bildfläche verschwände.

Es wäre gescheiter, sich von Menschen, die einen quälen, fernzuhalten.

Am besten kämen wir Menschen miteinander aus, wenn wir ständig in dem Bewusstsein lebten, dass wir das gleiche schwierige Schicksal teilen.
Diese Perspektive lässt mich nicht mehr los, seitdem ich den Zerfall am eigenen Leib wahrnehme. Was kann ich in der mir verbleibenden Zeit gut machen?

Ich bin mit viel zu vielen Vorurteilen und Verführungen aufgewachsen, die wieder loszuwerden oder wenigstens zu minimieren, es eine meisterhafte Erziehung bräuchte. Aus eigener Kraft und Willensanstrengung erscheint mir die Reifung meines Geistes schlichtweg als Lebensaufgabe – wenn nicht unmöglich.

Schon der Gebrauch der Sprache zum Ausdruck des persönlichen Gedankenguts ist von vorneherein ungeheuer besitzergreifend. Ich lernte es, die Sprache anzunehmen wie eine fünfte Gliedmaße – sozusagen als Gehwerkzeug meines Geistes.

Die Erkenntnis über das Sein kann (meiner Meinung nach) nicht über die gesprochene Sprache vermittelt werden, was sich als großes Manko für den bewusst denkenden Menschen erweist.
Man sollte eigentlich schweigen, um zu erkennen – und das heißt auch nach innen schweigen.

Erfahrung des Alltags:
Wie schnell blamiert man sich durch ein paar unbedacht geäußerte Worte? Wie oft spürt man die Unzulänglichkeit der Sprache in der Kommunikation und in Gefühlsdingen? Und wie oft sage ich darum: „Verstehe mich bitte nicht falsch.“

 

13.2.00

 

Schönheit ist wie Glück
Ebenso vergänglich und leicht

Ich sitze müde an der Spitze eines
Eisberges
Den ich Leben nenne

Ich konstruiere mir etwas Zufriedenheit
Und so wurschtele ich mich durch

Gedanken dringen wie Sonden
Tief ins Innere meines Wesens vor
Manchmal glaube ich wirklich, mit der
Ganzen Welt in Verbindung zu stehen

Tauche ich auf
Friert es mich

 

2.2.00

 

Monster: Mensch: das nette Monster von nebenan.

Es ist in Wirklichkeit nie so schlimm, wie man es sich ausmalt. Alles reine Nervensache.
Was sind die Menschen für eine Rasse?
Ihre Gesichter kommen mir so bekannt vor.

Mir fehlt ein erkennbares Lebensziel, mittel- und langfristig.

Schwerer bin ich geworden.

 

1.2.00

 

Die meisten Menschen,vor allem die jüngeren, denen ich in der Stadt begegne, sind mir fremd und irgendwie unsympathisch. Ich empfinde aber auch Mitleid, vielleicht etwas wie Liebe(?)
Wir sind wohl alle Kameraden mit demselben Schicksal. Komischerweise sind mir die Alten und die Kinder näher, aber ich kann sie alle ertragen…, wenn es nicht zu viele werden, oder wenn sie mir zu nahekommen. Töricht, von einem Fremden ernsthaft Liebe und Geborgenheit zu erwarten – doch wie menschlich ist genau der Wunsch danach.