21.6.04

 

Die schwarze Pistole

 

Ich werde das erste Mal fliegen
über die Felder und Wälder
mir von Baumwipfeln den Bauch
kitzeln lassen
auf Überlandstromleitungen
balancieren
Über den Fernsehtürmen der
Großstädte werde ich schweben
über die Dächer der Hochhäuser
springen
schwerelos wie ein Floh
mir eine Hängematte über die
Straßenschluchten spannen
für ein Mittagsschläfchen
Ich werde wie ein Greifvogel
über Täler kreisen
mich dem Wind hingeben
und auf den Berggipfeln meditieren
Das Ticket ist gelöst für meine
letzte Reise
Heute bin ich noch auf dem Boden
Mein Herz klopft
Das Blut fließt in meine Gedanken
Ich habe eine schwarze Pistole
im Gepäck
Noch quälen mich eure Gesichter
lebendige Masken
Schicht für Schicht bis zurück
zum ersten Schrei des Neugeborenen
nichtssagend
ein Schrei, der sich im Laufe des
Lebens in hohle Sprachungetüme
verwandelt
Ich höre euch wie die Zikaden
in den Pinienwäldern
Bald nur noch aus der Ferne
Was ihr Leben nennt, ist nicht
mein Leben
In der Nacht öffnet sich das Tor
und ich fliege in die Zeit
Das Licht wird mein Schatten sein
An die Sterne werde ich mich
schmiegen wie an einen schönen
Frauenkörper
und in Galaxien Karussell fahren
Ich gebe meine Suche nicht auf
Egal, wohin sie mich führen wird
Es wird zu eng auf der Erde
Bestimmt vergesse ich euch nicht so
schnell
Ab und zu verstecke ich mich
in einer Wolke und mache euch nass
mit meinen Tränen

 

 

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Über bonanzamargot

Auf diesem Blog überarbeite ich alte Notizen.
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