14.7.04

 

Von einer missglückten Schneckengeneration

 

Statt
der Deichschafe
entwickelte man in Wilhelmshaven in einem
Genlabor
Riesenschnecken zum Abgrasen der Dämme
Dummerweise mutierten manche Exemplare
zu Megaschnecken
größer und mächtiger als die
Staatsoper
die sich fortan auf den Weg von Ostfriesland
nach Westfalen machten
Ganze Landstriche fraßen sie kahl
Sie krochen über Dörfer und Städte und
hinterließen eine tonnenschwere Schleimspur
Doch die Zerstörung dabei blieb marginal
Ich erinnerte mich an die Spielchen mit
den Weinbergschnecken, die wir über
eine Rasierklinge
wandern ließen
Fasziniert
trat ich in die Pedale die Weser entlang
gen Bremen, um solch ein Riesenexemplar
wenigstens aus der Ferne zu erspähen
Sie durchkreuzten die Landschaft
durch ihre Größe so schnell wie
Schlachtschiffe
Die Luftaufklärung gab Frühwarnungen
für die Bevölkerung aus
und die absonderlichen Schädlinge
wurden militärisch präzize von
Tornados zu Klump
geschossen
an sich harmlose Tierchen …
Mein Gott, das gab einen Haufen Schnecken-
Sondermüll
Die Geister, die man rief, dachte ich
lakonisch auf meiner Fahrt
und mir begegneten lediglich die
LKW-Flotten mit dem Schneckenmüll
aber keine einzige
echte Schnecke
außer denen, die ich platt fuhr

 

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Über bonanzamargot

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